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13.05.2025_Into the Big Wide Open

Eldar Tsalikov (Saxofon, Klarinette)
Valentin Gerhardus (Klavier, Live Sampling)
Felix Henkelhausen (Kontrabass)
Alfred Vogel (Schlagzeug)

(Anstelle von Felix Henkelhausen wird an diesem Abend Christian Weber Kontrabass spielen)

Alfred Vogel, Drummer und Macher des wundervollen Bezau Beatz Festivals, gibt sich hinterm Schlagzeug die Ehre: mit seiner augenzwinkernd selbst benannten „Avantgarde Boy Group“ aus Berlin (und einem viertel russischer Beteiligung).

Tsalikov, Henkelhausen und Gerhardus gehören zu einer um 25 Jahre jüngeren Riege und bringen derzeit viel frischen Wind in die europäische Impro-Szene. „Es ist mir eine grosse Freude, mit diesen jungen Musikern zu spielen – das hält fit und ist extrem inspirierend – auf allen Ebenen …“ so ein hochmotivierter Anfang 50er. INTO THE BIG WIDE OPEN hatten im Februar 2023 ihr Debut auf dem Partner Festival der Bezau Beatz – dem Porta Jazz Festival.

Komplett frei, ohne Netz und doppelten Boden wird hier drauf los improvisiert. Gelenkt wird das ganze von einem virtuellen 5. Bandmitglied: Valentin Gerhardus ist nicht nur ein ausgezeichneter Tasten Virtuose, sondern auch an den Reglern seines Laptops gibt er mittels Live-Samples aus Quellen seiner Mitmusiker dem ganzen einen kompositorischen Rahmen. Atmosphärisch, dicht und gleichermassen filigran kommen die musikalischen Abenteuer dieses Quartetts aufs Publikum zu und sorgen vor allem für Begeisterung jenseits Boy-Group-Genre-typischem Gekreische…

Foto © Cristina Marx

10.06.2025_Wanja Slavin: libelle

Wanja Slavin (Saxophon, Synth, Klavier)
Johannes Lauer (Klavier, Posaune)
Bertram Burkert (Gitarre)
Lucy Liebe (Bass, Gitarre, Synth)
Maximilian Stadtfeld (Schlagzeug)

Nach Jahren intensiver Studioarbeit, in denen Wanja Slavin zahlreiche Alben produzierte und für verschiedene Orchester und Big Bands komponierte, vollzieht der Saxophonist und Komponist eine erneute künstlerische Kehrtwende.

Die fortschreitende Entwicklung künstlicher Intelligenz und ihr zunehmender Einfluss auf die Musikproduktion – der diese immer stärker standardisiert und entmenschlicht – haben in ihm die Sehnsucht geweckt, sich wieder verstärkt der direktesten und lebendigsten Form musikalischen Ausdrucks zu widmen: der Improvisation. Mit seiner neuen Band geht Slavin konsequent diesen Weg. Die Musik ist energiegeladen und rhythmisch klar, dabei offen, vielschichtig und durchzogen von melancholischer Tiefe.

Slavin zählt seit Jahren zu den eigenständigsten Stimmen des europäischen Jazz. Er wurde u.a. mit dem ECHO Jazz, dem Neuen Deutschen Jazzpreis sowie dem BMW Welt Jazz Award ausgezeichnet. In den letzten Jahren war er mehrfach für den Deutschen Jazzpreis nominiert, 2025 erhält er den Jazzpreis Brandenburg.

www.wanja-slavin.de

Foto © Dovile Sermokas

08.07.2025_CHEEL

Max Andrzejewski (Schlagzeug)
Paul Jarret (Gitarre)
Luise Volkmann (Saxofon)

CHEEL with Luise Volkmann (Saxophone), Max Andrzejewski (Drums) and Paul Jarret (Guitar) was founded in 2023 as Volkmann had carte blanche for a new line-up at the Hanover Jazz Festival. The trio plays a convincing mixture of simple folk songs and improvised sound collages. All of the band members are instrumentalists as well as outstanding composers and have already written for large formations. In the trio’s interplay, this knowledge of instrumentation and form is condensed into an energetic, yet fragile performance that is deeply emotional.

Video:

The trio plays a convincing mixture of simple folk songs and improvised sound collages. All band members are instrumentalists as well as outstanding composers, all of whom have already written for large formations. In the trio’s interplay, this knowledge of instrumentation and form is condensed into an energetic, yet fragile performance that is deeply emotional.

The idea of the project is therefore to depict playful elegance in the music and, above all, to take the audience on an energetic, flowing journey.

Foto © Niclas Weber

09.09.2025_Christoph Irniger Trio

Christoph Irniger (Tenorsaxofon)
Raffaele Bossard (Kontrabass)
Ziv Ravitz (Schlagzeug)

Das Christoph Irniger Trio feiert das Melodiöse, ohne je ins Triviale zu verfallen. Die Stücke sind Tondichtungen, die zeigen, dass die eingängige Melodie und eine komplexe Klangwelt einander nicht ausschließen müssen, sondern erst richtig zur Geltung bringen können. Es besticht dabei die sorgfältige Orchestrierung und die Art, wie in seiner Musik die Improvisation die Komposition verdeutlicht. Das Trio vermag Melodie, Arrangement, Improvisation zu einem stimmigen und verführerischen Ganzen zu verbinden.

In der Jazzzeitschrift Jazzthetik schrieb Henry Altmann: „Ein Trio das derartig ineinander verzahnt und auf gleicher Höhe miteinander spielt, findet sich selten. Man spielt völlig frei, aber zeitlich gebunden, schöpft aus dem Moment, jedes Stück ein Abenteuer, ein Ausflug in unbekanntes Terrain, dabei aber nie das Wichtigste – Energie und Poesie – ausser Acht lassend.”

Das Christoph Irniger Trio besteht seit 2011 mit Raffaele Bossard am Kontrabass und Ziv Ravitz am Schlagzeug und hat bisher drei exemplarische Alben vorgelegt. Auf dem zuletzt erschienenen Album Open City (2020) wird die Band durch den Saxophonisten Loren Stillman und den Posaunisten Nils Wogram ergänzt. In den folgenden Jahren war die Band mit Loren Stillman, Ben van Gelder oder Michael Attias unterwegs.

Man kann dieses Trio mit einem gleichseitigen Dreieck vergleichen, denn Raffaele Bossard, der 1982 in Los Angeles geboren wurde und in Zug aufwuchs, wo er auch studierte, und Ziv Ravitz, der 1976 im israelischen Be’er Scheva zur Welt kam und in Südfrankreich lebt, begegnen Irniger auf Augenhöhe. Sie sind nicht nur eminente Techniker, sondern verstehen sich auch traumwandlerisch sicher aufs Interplay und schaffen dabei eine Musik, die Verstand und Leidenschaft vereint, zeitlos und auf der Höhe der Zeit.

„Die Musik hat etwas sehr Zeitgemässes, Klangräume einer Welt, die aus den Fugen ist, und
im gleichen Zug etwas Überzeitliches, das einem Halt gibt und Trost.“
Peter Haffner

„Ein pures Vergnügen, dieses Trio! 5 Sterne.“
tef Rohrbach, Jazz n‘ More (CH)

„Das (Irnigers) Trio mit Raffaele Bossard und Ziv Ravitz fasziniert als kollektiver Klangkörper.“
5 Sterne. Pirmin Bossart, Kultrutipp (CH)

„This music has something of a lacerating quality of a masterpiece. (…) a delightful ensemble sound that is full of energetic excitement, brilliance and the genuine avant-garde spirit.“
Raul da Gama, JazzDaGama (CA)

Christoph Irniger – Tenor Saxophon, geb. 1979, ist ein Schweizer Saxophonist, Komponist und Bandleader. Laut der NZZ am Sonntag zählt er „zweifellos zu den grössten Talenten seiner Generation“. Irniger hat sich in den letzten Jahren in unterschiedlichen Formationen zwischen Jazz, Rock und verwandten Musikstilen profiliert. Er ist Leader der Bands Pilgrim und seinem Trio von welchen bis anhin insgesamt sechs Tonträger (fünf davon auf Intakt Records) erschienen sind. Von 2000 – 2006 studierte Irniger an den Jazzschule Zürich Musikpädagogik und an der Musikhochschule Luzern Performance bei Christoph Grab und Nat Su. Sein Werk ist bis anhin auf über 20 Tonträgern dokumentiert. Konzerte und Tourneen führten ihn durch Europa, nach Asien und den USA. Irniger unterrichtet an der Musikschule Konservatorium Zürich.

Raffaele Bossard – Kontrabass, geboren 1982, kam mit 17 Jahren üben die elektrische Bassgitarre zum Kontrabass. Im Sommer 2008 schloss er mit einem Master in Pädagogik und Performance (mit Auszeichnung) die Hochschule Luzern für Musik ab. Seit einigen Jahren stehen folgende Bands im Zentrum seines Schaffens: Christoph Irniger Pilgrim sowie dessen Trio mit Ziv Ravitz, Dave Gisler Trio, Dominic Egli’s Plurism mit Feya Faku, Matthias Spillmann Mats-Up, Roberto Bossard New Group und Joe Haider Trio. Seine Karriere liess ihn mit Jazz Grössen zusammenspielen wie: Kirk Lightsey, Joey Baron, Feya Faku, Dave Douglas, Nasheet Waits, Glenn Ferris und vielen Schweizer Jazzgrössen. Bei den Tourneen im In- und Ausland hat Raffaele Bossard auf rund 30 Festivals gespielt.

Ziv Ravitz – Schlagzeug, geboren 1976 in Beer-Sheva (Israel), begann im Alter von 9 Jahren mit Schwerpunkt Schlagzeug zu musizieren. Im Sommer 2000 zog er zur Erweiterung seiner Fähigkeiten in die USA und schloss 2004 die Berkelee School of Music mit einem Jazz-Kompositionsstudium ab. Regelmässige Auftritte mit Lee Konitz, Avishai Kohen, Yaron Herman Trio. Regelmässige Tourneen in der ganzen Welt und spielte mit Musikern wie Hal Crook, Joel Frahm, Joe Lovano, Tomasz Stanko, Ralph Alessi, George Garzone, Ben Monder, Aaron Goldberg, Aaron Parks und Esperanza Spaulding. Heute lebt Ziv in New York City, zählt dort zu den gefragtesten Schlagzeugern und ist eine wichtige Kraft in der israelischen Jazz-Bewegung.

https://christophirniger.com

Foto © Gian Marco Castelberg

14.10.2025_Kaiser Pommes

Kasper Tranberg (Trompete)
Asger Nissen (Altsax)
Thorbjørn Stefansson (Kontrabass)
Oli Steidle (Schlagzeug)

Kaiser Pommes ist das brandneue Quartett des dänischen Trompeten-Helden Kasper Tranberg, sowie des in Berlin lebenden, dänischen Saxophonisten Asger Nissen. In diesem explosiven Treffen vereinen Kaiser Pommes die Jazzszene Kopenhagens und Berlins und zwar mit der deutschen Schlagzeug-Koryphäe Oli Steidle und dem angesagten dänischen Bassisten und Wahlberliner Thorbjörn Stefansson.

Mit dem Fokus auf weitreichende Impovisations-Strategien und hybride Beats verweben Kaiser Pommes mit maximaler Flexibilität die musikalischen Visionen von Tranberg und Nissen. Die unterschiedlichen Ansätze der Musiker zeugen von einem interessanten, agilen und frischen Aufeinandertreffen zweier musikalischer Generationen. Seit dem Debüt-Konzert beim Jazzfestival Kopenhagen 2023, im Rahmen der ILK Sessions im 5e, sind Kaiser Pommes durch Deutschland getourt und veröffentlichten im September 2024 ihr erstes Album.

11.11.2025_FLUT

Christopher Kunz (Sopran-/ Tenorsaxofon)
Isabel Rößler (Kontrabass)
Samuel Hall (Schlagzeug)

2015 von Kontrabassistin Isabel Rößler und Saxophonist Christopher Kunz in Nürnberg gegründet, kreiert FLUT mit Schlagzeuger Samuel Hall eine eindringliche Interpretation von Free Jazz, die in langen Bögen, mutierenden Texturen und starken Kontrasten, einen Sog aus geräusch- und songhaften Momenten entwickelt. FLUT zieht mit außergewöhnlicher Klangdichte, Gestaltungswille und Intuition das Publikum in ihren Bann und schafft dabei eine Atmosphäre, die gleichermaßen fordernd wie faszinierend ist.

„Diese Musik ist konstruktiv, ein tiefes Statement einer nächsten Generation, die nicht kopieren will, sondern eine Historie weiterschreibt in den wenigen besten Fällen. Flut ist so ein bester Fall, weil eine verbindende und einladende Lust vorgeführt wird in einer Zeit der Isolation und der gedanklichen Fragmentierungen, die sich hinter sozialen Medien etc. verbergen. Die Fähigkeiten des Saxofonisten Christopher Kunz scheinen unbegrenzt, doch geht es nicht darum, sie vorzuführen. Eher geht es darum, sie in einem größeren Diskurs beiläufig aufscheinen zu lassen.“

„Diese Musik lädt ein zum Staunen, zum Dabeisein, zum Spaß am Detail, zum Reingehen in einen Mikrokosmos, der wächst mit jeder Begegnung. Sie verliert sich nicht im Eskapismus, stattdessen ist sie schön und immer schöner. Sie spricht eine Einladung aus, etwas zu entdecken. Diese Band ist wie ein Organismus, der Impulse sendet, die weiter und immer weiter führen“

Ulrich Steinmetzger

www.flut.bandcamp.com
www.facebook.com/flut3
www.christopherkunz.net/flut

Foto © Dovile Sermokas